EIGENTUMSBILDUNG

Ersterwerberpotenzial

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Auf den ersten Blick scheint die Welt in Ordnung zu sein: die Wirtschaft boomt, die Einkommen steigen und die Zinsen liegen auf historisch niedrigem Niveau. Und dennoch können sich im Vergleich zu 2007 heute weniger junge Haushalte Wohneigentum leisten. Der Grund: Fehlendes Eigenkapital, das mit steigenden Immobilienpreisen nicht „mitgewachsen“ ist.

Gab es im Jahr 2007 noch 52 Landkreise und kreisfreie Städte mit einem hohen Ersterwerberpotenzial von mindestens elf Prozent aller jungen Familien in Mietwohnungen, die über ausreichend Einkommen und Eigenkapital für den Erwerb von Wohneigentum verfügten, galt dies zehn Jahre später nur noch für 20 Kreise (s. Grafik). In absoluten Zahlen ausgedrückt: Das Ersterwerberpotenzial sank in zehn Jahren um annähernd 200.000 Haushalte von mehr als 480.000 Haushalten auf nur noch gut 290.000 Haushalte.

Umgekehrt stieg die Anzahl der Kreise mit einem niedrigen Ersterwerberpotenzial von unter 5 Prozent im selben Zeitraum von 19 auf 71 Kreise an. Erhöhungen des Potenzials gab es lediglich in Schrumpfungsgebieten wie dem Ruhrgebiet, Südwestsachsen, der Oberpfalz in Bayern oder der Westpfalz. Dagegen sanken die Potenziale insbesondere in den urbanen Wachstumsregionen Oberbayern, Berlin und Hamburg, einschließlich Umland.